Physiotherapie Johanna Seeländer


Bobath-Therapie


Das Bobath-Konzept, ein ganzheitliches Konzept, das auf der Entwicklung der Hirnfunktion basiert (neurophysiologische Grundlage), dient zur Behandlung von Patienten mit zerebralen Bewegungsstörungen sowie sensomotorischen Auffälligkeiten. Hauptziel ist es, die größtmögliche Selbständigkeit zu erreichen und somit die Lebensqualität des Kindes und seiner Familie zu steigern.

Das bedeutet:

  • Erreichen der größtmöglichen Selbständigkeit im eigenständigen Handeln
  • Unterstützung der Selbstverantwortlichkeit des Patienten
  • Förderung der Kommunikation
  • Vermeidung von Kontrakturen und Deformitäten
  • Sicherung aller wichtigen Lebensfunktionen vor allem bei schwer mehrfachbehinderten Patienten

Voraussetzungen einer guten Behandlung sind geistige Wachheit und gute Motivation (auch der Eltern), Aufmerksamkeit und ein zusammen mit Eltern, Arzt und anderen Therapeuten abgesprochenes, angemessenes, therapeutisches Vorgehen gemäß der Bedürfnisse und Fähigkeiten von Eltern und Kind. Dazu ist es nötig, im Vorfeld zu analysieren, auf welchen Fähigkeiten die Therapie aufbauen kann. In der Behandlung werden Wege gesucht, die Eigenaktivität des Kindes aufzugreifen, zu verstärken und gegebenenfalls zu modifizieren. Motorisches Lernen wird gezielt gefördert, indem Bedingungen geschaffen werden, die das Ausprobieren, Entwickeln bzw. Einüben von Bewegungsstrategien ermöglichen. Reize an das Berührungsempfinden, die Körperwahrnehmung und den Gleichgewichtssinn im Sinne von "berühren und berührt werden", "bewegen und bewegt werden" werden gezielt dazu eingesetzt, um eine baldige Tonusregulation von Haltungs- und Bewegungsmustern zu entwickeln. Auch Reize für den akustischen, optischen, ja sogar Geruchs- und Geschmackssinn wirken sich dabei aus.

In der Physiotherapie wird vor allem die Aufrichtung von Kopf und Körper gegen die Schwerkraft, die Optimierung der Haltungskontrolle, das Gleichgewicht in verschiedenen Positionen im Raum sowie die Fortbewegung in verschiedensten Formen (z. B. Rollen, Robben, Krabbeln, Gehen, Radfahren, Rollstuhlfahren) gemeinsam erarbeitet. Wenn nötig können zur Erleichterung Hilfsmittel eingesetzt werden. Die Behandlung wird so alltagsnah wie möglich durchgeführt bzw. wird in die Bereiche des täglichen Lebens - Nahrungsaufnahme, Kommunikation, Spiel, Körperpflege, An- und Ausziehen, Transfer - direkt übernommen. Die Therapie, die bei Kindern spielerisch durchgeführt wird, soll auch Freude an der Bewegung wecken, was wiederum die Motivation steigert. Die Eigenaktivität des Kindes, d. h. auch seine Bedürfnisse stehen dabei immer im Vordergrund.